„Reden wir über Geld“: Zahlungsschwierigkeiten – Achtung vor Kreditbetrug

 

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PRESSEMITTEILUNG

Österreichs Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) informiert in der neuen Ausgabe ihrer Verbraucherinformationsreihe „Reden wir über Geld“ über Auswege bei Zahlungsschwierigkeiten und warnt Betroffene insbesondere davor Opfer von Kreditbetrug zu werden.

Kreditbetrüger wollen an der Not der Menschen verdienen und bieten vermeintliche Kredite zu geringen Zinssätzen an – beworben werden diese beispielsweise als „Express-Darlehen“ oder „Umschuldung ohne Bonitätsprüfung“. Die Betrugsmaschen funktionieren dabei so, dass Kreditanträge zwar schnell genehmigt werden, der Kreditnehmer dann jedoch dazu aufgefordert wird eine oder mehrere Vorauszahlungen zu tätigen, bevor er Geld erhält. Eine tatsächliche Auszahlung der Kreditsumme ist nie beabsichtigt, betroffene Personen verlieren zusätzlich zu ihren ohnehin bereits bestehenden Zahlungsschwierigkeiten viel Geld.

Bei den folgenden Warnsignalen ist besondere Vorsicht geboten: Darlehensangebote werden ohne Aufforderung per E-Mail gesendet; Kreditanträge werden prompt genehmigt und es werden kaum Informationen über den Kreditnehmer eingeholt; Kreditnehmer erhalten keine schriftlichen Verträge, AGB etc.; Kreditnehmer werden dazu aufgefordert Vorauszahlungen zu tätigen; Kreditnehmer werden unter Druck gesetzt.

Betroffenen, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, rät die FMA rechtzeitig Hilfe zu suchen; etwa ein Gespräch mit der Bank zu führen sowie eine – in Österreich kostenlose und vertrauliche – Schuldenberatung in Anspruch zu nehmen. Opfer von Kreditbetrügern sollen jedenfalls Anzeige bei der Polizei erstatten sowie sich an Verbraucherschutzeinrichtungen wenden.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://redenwiruebergeld.fma.gv.at/zahlungsschwierigkeiten/www.schuldenberatung.at

Rückfragehinweis für Journalisten:
MMag. Annemarie Bauer, Bakk.
+43 / (0)1 / 24959-6007

So funktioniert Kreditbetrug:

(Zitate beziehen sich auf einen der FMA bekannten Betrugsfall und wurden nicht verändert)

1. Herr M. ist in Zahlungsschwierigkeiten und beantragt bei einem privaten Kreditvermittler ein Darlehen in der Höhe von € 50.000,00.

2. Der Kredit wird ihm vom Kreditvermittler prompt genehmigt, daraufhin erhält er Post von einer fiktiven Bank die im Abstand von mehreren Tagen folgende Zahlungen fordert:
– „… zu diesem Zweck bestätigen wir, dass ein Dokument […] angefordert wurde und eine Anzahlung von 1695 € hinterlegt und 48 Stunden nach Erhalt der Überweisung zurückerstattet wird.“
– „… vor dem Positionierungsvorgang ist eine Bescheinigung über keine Geldwäsche erforderlich, gefolgt von einer Anzahlung von 1959 €, die 24 Stunden nach Erhalt der Überweisung zurückerstattet wird.“
– „Ihre Überweisung ist bei Ihrer Bank gutgeschrieben, aber ihre Agentur verlangt vor diesem Vorgang einige Bescheinigungen, die die Kreditvermittlung und wir vorlegen müssen und für die Abwicklung dieses Verfahrens benötigen wir 1486 €.“
– „Nach Ihrer E-Mail teilen wir Ihnen mit, dass die Überweisung, falls die Überweisung gestern nicht auf Ihrem Konto gutgeschrieben wurde, daran liegt, dass die Wartezeit für die Überweisung 1 Monat überschritten hat und sie gestern storniert wurde, um sie heute Morgen und spätestens nach 24 Stunden erneut zu erledigen es wird Ihrem Konto gutgeschrieben und aus Gründen der Geschwindigkeit werden wir dies als EXPRESS-Option tun. Für die gewählte EXPRESS-Option, damit die Überweisung schnell gutgeschrieben wird, benötigen wir für diesen Service 980 € und versichern Ihnen, dass Sie die Überweisung morgen auf Ihrem Konto gutgeschrieben bekommen.“

3. Insgesamt werden also € 6.120,00 an Vorauszahlungen gefordert. Gezeichnet werden diese Schreiben von Angestellten der vermeintlich kreditgebenden Bank.

4. Üblicherweise werden Betrugsopfer so lange unter Druck gesetzt bis sie Geld an die Kreditbetrüger überweisen, danach verschwinden die Betrüger von der Bildfläche und das Geld ist in den meisten Fällen verloren.


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